Digitaler Omnibus – EU-Staaten könnten Nutzerdaten pauschal für KI-Training freigeben
Ein am 3. September geleakter Kompromissvorschlag zum Digitalen Omnibus der EU sieht vor, die Verarbeitung personenbezogener Daten für das Training von KI-Modellen künftig pauschal als "berechtigtes Interesse" im Sinne der DSGVO einzustufen – ohne dass Nutzerinnen und Nutzer aktiv zustimmen müssten. Die Datenschutzorganisation noyb um Max Schrems warnt, der als Artikel 88bis diskutierte Passus sei so weit gefasst, dass er praktisch jede Art von KI-Anwendung legitimieren würde.
Kritisiert wird vor allem die Unschärfe der vorgesehenen Interessenabwägung sowie eine mögliche Neudefinition von Pseudonymisierung, die Daten faktisch aus dem Schutzbereich der DSGVO herausnehmen könnte. Da vor allem große Tech-Konzerne mit bereits vorhandenen Datenbeständen von der Regel profitieren würden, sehen Kritiker eine strukturelle Schieflage zulasten kleinerer Anbieter und der betroffenen Nutzer.
Für Unternehmen, die Digitalisierungs- oder KI-Projekte mit Kunden- und Beschäftigtendaten planen, ist der Ausgang noch offen, da der Vorschlag erst in die Verhandlungen zwischen Rat und Parlament geht. Wer jetzt Datengovernance für KI-Vorhaben aufsetzt, sollte die Entwicklung im Blick behalten, ohne bereits auf eine Lockerung zu spekulieren.
Quelle: netzpolitik.org – "Digitale Enteignung": Datenschützer warnen vor Pauschalerlaubnis für KI-Training
(Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft)