KI am Arbeitsplatz – erst 38 Prozent nutzen sie, und das sehr ungleich verteilt
Der öffentliche Diskurs suggeriert einen KI-Umbruch der Arbeitswelt, die Realität ist deutlich langsamer: Laut einer Befragung von 1.105 Beschäftigten durch das Future of Work Lab und den Exzellenzcluster „The Politics of Inequality" der Universität Konstanz nutzten im Mai 2026 erst 38 Prozent der Erwerbstätigen KI-Tools bei der Arbeit, ein moderater Anstieg gegenüber 35 Prozent im Vorjahr.
Deutlicher als das Tempo ist die Verteilung: Beschäftigte mit hoher Qualifikation setzen KI fast dreimal so häufig ein wie gering Qualifizierte (56 zu 21 Prozent), Bürotätigkeiten liegen mit 49 Prozent weit vor Produktionsberufen mit 25 Prozent. Kleine Unternehmen bieten nur in 11 Prozent der Fälle KI-Schulungen und in 10 Prozent verbindliche Nutzungsregeln an – entsprechend hoch ist der Anteil informeller Nutzung: Nur 55 Prozent der KI-Anwender geben an, ihr meistgenutztes Tool sei offiziell vom Arbeitgeber eingeführt worden.
Für Change- und Interim-Verantwortliche liegt darin der eigentliche Befund: KI-Kompetenz entsteht derzeit trotz, nicht wegen der Organisation. Wer digitale Transformation im Mittelstand steuert, braucht demnach weniger neue Tool-Rollouts als verbindliche Schulungs- und Governance-Strukturen, die die entstehende Zwei-Klassen-Nutzung schließen, bevor sie sich in Kompetenz- und Gehaltsunterschieden verfestigt.
Quelle: Universität Konstanz – KI am Arbeitsplatz: langsam, informell und ungleich
(Erstellt mit KI-Unterstützung, redaktionell geprüft)